Spermienuntersuchung

Im Rahmen der Untersuchungen bei unerfülltem Kinderwunsch ist die Durchführung eines Spermiogramms eine unverzichtbare diagnostische Hilfe. Es erlaubt eine Einschätzung der männlichen Zeugungsfähigkeit und beeinflusst somit die Wahl der für Sie geeigneten Kinderwunschbehandlung. Das Spermiogramm sollte deshalb am Beginn der Diagnostik stehen. Beim Spermiogramm werden die Samenzellen unter dem Mikroskop untersucht. Außerdem können in der Samenflüssigkeit verschiedene Laborparameter bestimmt werden, die Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben.

Vor der Spermienuntersuchung sollte eine Karenzzeit von 3-5 Tagen eingehalten werden, eine zu lange Karenzzeit (> 6 Tage) wirkt sich negativ auf die Beweglichkeit und die Anzahl der lebenden Spermien aus. Eine zu kurze Karenzzeit kann zu einer deutlichen Verminderung der Spermienanzahl führen.

Die Spermienprobe sollte möglichst in der Praxis gewonnen werden. Ist dies nicht möglich, darf die Transportzeit bis zur Praxis 20 Minuten nicht überschreiten. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Probe möglichst körperwarm bleibt.

Die Erstellung eines Spermiogramms erfolgt durch unsere erfahrenen Biologen und beinhaltet die Beurteilung der:

1. Anzahl der Spermien
    (Spermien pro ml Ejakulat und Gesamtanzahl)

2. Form der Spermien
    (normal- oder fehlgeformte Spermien)

3. Beweglichkeit der Spermien
    (schnell oder mäßig beweglich, ortsständig motil, immotil)

Urologische Basisuntersuchung

Insbesondere bei auffälligen Spermiogrammen empfehlen wir eine Vorstellung beim Männerarzt oder Urologen. Hier kann eine Erkrankung ausgeschlossen werden, die möglicherweise Ursache der Veränderung ist (z.B. Krampfadern am Hoden). Hodentumoren sind dagegen sehr selten, finden sich jedoch häufiger bei Männern mit Fertilitätsproblemen.

Labordiagnostik

Bei auffälligen Spermiogrammen ist eine Hormondiagnostik sinnvoll durch eine Blutentnahme, um eventuelle Ursaschen der Störung zu finden, die möglicherweise behandelbar sind. Auch ein Vitamin-Mangel kann so diagnostiziert werden.

TESE

In seltenen Fällen lassen sich im Rahmen der Spermiogramm-Untersuchung keine Spermien finden. Die Ursachen sind z.T. eine Störung des Transports der Spermien oder eine zu geringe Spermienproduktion im Hoden. In beiden Fällen lassen sich oft Spermien im Hodengewebe finden, die mit Hilfe einer Hodenbiopsie (sog. TESE) gewonnen werden können. Diese wird in unserer Klinik in Kooperation mit einem externen Urologen durchgeführt. Im Falle einer Spermiengewinnung mittels TESE kann dann die weitere Kinderwunschbehandlung mittels künstlicher Befruchtung (s.ICSI) erfolgen.