Natürliche Befruchtung

Ablauf der natürlichen Befruchtung

Mit dem Einsetzen der Regelblutung beginnt ein neuer Zyklus der Eizellreifung. Zu Beginn des Zyklus treten mehrere Eizellen den Wettkampf zur Eisprungreife an. Die Reifung der Eizellen erfolgt in einer wachsenden Hülle, dem sogenannten Eibläschen (Follikel). Nur ein Eibläschen gewinnt diesen Wettkampf und erreicht die Reife zum Eisprung, die übrigen sterben ab.

Die im Vorzyklus aufgebaute Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) wird mit der Menstruationsblutung abgestoßen. Die Gebärmutterschleimhaut kann sich nun neu auf eine mögliche Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereiten. Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird durch Östrogene gesteuert, die von den wachsenden Eibläschen gebildet werden. Bei einem Zyklus von 28 Tagen hat das Eibläschen etwa am 12. Zyklustag eine Größe von von 8-10 mm.

Die Dauer der Reifungsphase des Eibläschens und der darin enthaltenen Eizelle ist unterschiedlich. Bei Frauen mit einem Zyklus von 25 Tagen dauert diese sogenannte Follikelphase ca. 10-11 Tage bis zum Eisprung. Bei Frauen mit längerem Zyklus setzt die Reifung später ein, bei einem Zyklus von 35 Tagen endet die Follikelphase etwa nach 21-22 Tagen.

Der Eisprung

Um den 14. Zyklustag (beim „klassischen“ 28-Tage-Zyklus) erfolgt meist der Eisprung. Die Wand des Eibläschens reißt ein und die Eizelle wird regelrecht aus dem Eibläschen herausgeschleudert. Zu diesem Zeitpunkt stülpt sich das zum Eierstock hin offene, trichterförmige Ende des Eileiters (Fimbrientrichter) über den Eierstock und nimmt die Eizelle auf.

Die Befruchtung

Kommt es kurz vor oder nach dem Eisprung zum Geschlechtsverkehr, erfolgt die Befruchtung der Eizelle im Eileiter. Im Eileiter wird die Eizelle langsam in Richtung Gebärmutterhöhle transportiert. Dieser Prozess dauert etwa 5 – 6 Tage.

Die Einnistung

Am 6. Tag nach der Befruchtung baut der Embryo in der Eizellhülle Druck auf und sprengt seine Hülle (sog. „Schlüpfen“ engl. „Hatching“). Nur ohne diese kann sich der Embryo in die Gebärmutterschleimhaut einnisten. Bei der Einnistung werden kleine Blutgefäße in der Gebärmutterschleimhaut geöffnet, wodurch die Versorgung des Embryos mit Nährstoffen und Sauerstoff gesichert ist. In einigen wenigen Fällen kann es zu einer leichten Einnistungsblutung aus der Scheide kommen.

In dem sich entwickelnden Embryonalgewebe wird das Schwangerschaftshormon HCG produziert. HCG gelangt bei der Einnistung in das mütterliche Blut und stimuliert den Gelbkörper. Der Gelbkörper entwickelt sich aus dem im Eierstock verbliebenen Resten des Eibläschens. Er schüttet ein für den Erhalt der Schwangerschaft lebenswichtiges Hormon (das Progesteron) aus. Unterbleibt die Stimulation des Gelbkörpers (bei nicht eingetretener Schwangerschaft), bricht die Gelbkörperfunktion zusammen. Der daraus resultierende Hormonabfall induziert das Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut und die damit verbundene Monatsblutung – ein neuer Zyklus beginnt.

Wie bereits erklärt ist die Dauer der Reifungsphase des Eibläschens vor dem Eisprung individuell verschieden. Daher ist die Berechnung des Eisprungzeitpunktes nur möglich bei Frauen mit sehr regelmäßigen Zyklen, da die 2. Phase (Gelbkörperphase) immer sehr stabil ist, nämlich ca. 13-14 Tage dauert (Zeitraum Eisprung bis zum Einsetzen der darauffolgenden Regelblutung). Diese Stabilität des 2. Abschnitte des Zyklus macht es möglich, bei regelmäßigen Blutungen den eigenen Eisprungtermin zu berechnen, sie ist auch Grundlage der Zyklus-„Apps“.