Was Sie für sich tun können

Es gibt viele Faktoren, die die Fruchtbarkeit eines Menschen beeinflussen. Faktoren wie angeborene Störungen der Fertilität, Alter lassen sich nicht verändern, andere wie Umwelteinflüsse nur in geringem Maße. Es gibt aber Faktoren, die die Fertilität beeinträchtigen, die wir sehr wohl beseitigen können, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu verbessern. Das bedeutet, dass ein Teil des Erfolgs auch in den Händen der Patienten liegt.

Nikotin

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Es ist allgemein bekannt, dass Rauchen der Gesundheit schadet, auch dass es vermehrt Komplikationen in der Schwangerschaft gibt. Doch auch die Fruchtbarkeit ist bei Raucherinnen und Rauchern reduziert. Dabei zeigt sich, dass auch Passivrauchen ein erhebliches Risiko darstellt.

Bei Frauen ist aus Studien bekannt, dass Raucherinnen eine um 50% niedrigere SS-Rate haben bei der Kinderwunschtherapie. Dies wird auf eine Verschlechterung der Schleimhaut in der Gebärmutter zurückgeführt, aber auch auf eine verminderte Eizellqualität. Zudem zeigen Raucherinnen häufiger infektionsbedingte Eileiterverschlüsse. Im Falle einer Schwangerschaft treten gehäuft Fehl- und Frühgeburten auf. Bei den Kindern zeigt sich ein erhöhtes Risiko für ein vermindertes Geburtsgewicht und für Fehlbildungen. Außerdem tritt in Raucherhaushalten häufiger ein plötzlicher Kindstod auf.

Bei den Männern findet sich häufig eine Verminderung der Spermienzahl, die zudem in ihrer Funktion eingeschränkt sein können. Auch Erektionsstörungen finden sich häufiger bei Rauchern.

Die Schädigungen durch das Nikotin sind oft reversibel, ca. 3 Monaten nach dem Aufhören können z.B. Verbesserungen der Spermiogramme beobachtet werden. Oft treten dann ganz spontan Schwangerschaften ein.

E-Zigaretten können zwar helfen, mit dem Rauchen aufzuhören, die Untersuchungen des inhalierten Rauchs zeigen aber weiterhin schädigende Substanzen und Nikotin. Auch zeigen aktuelle Studien schädigende Einflüsse auf die Spermienqualität. Daher sind E-Zigaretten nicht „besser“ als herkömmliche.

Übergewicht und Ernährung

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Viele Studien haben erwiesen, dass ein Übergewicht ab einem BMI von 30 Einfluss hat auf die Fertilität und die Schwangerschaft.

Frauen mit BMI > 30 haben 40% weniger Schwangerschaften, 40% mehr Fehlgeburten, die Kinder zeigen 40% mehr Fehlbildungen. Eine Gewichtsreduktion von 10% kann diese Risiken minimieren. Dabei ist es wichtig, dauerhaft die Ernährung umzustellen, eventuelle Zuckerstoffwechselstörungen zu erkennen und zu behandeln. Sport und allgemeine Bewegung ist eine Basis des Erfolgs, auch wenn dies keine neue Erkenntnis ist. Dies zu wissen ist eine Sache, langfristig erfolgreich zu sein in der Gewichtsreduktion eine völlig andere. Wir versuchen Sie dabei zu unterstützen.

Auch bei Männern hat ein erhebliches Übergewicht Auswirkungen auf die Fertilität. Die Einschränkungen der Spermiogramme und anderer Tests zeigen sich aber ebenfalls rückläufig nach Gewichtsverlust.

Die Ernährung allgemein hat Einfluss auf unsere Fertilität. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, relativ wenig Fleisch (2x/Woche) und regelmäßig Fisch hält nicht nur gesund, sondern offenbar auch fertil. Zumindest zeigen Studien, dass Männer mit hohem Fleischkonsum schlechtere Spermiogramm-Ergebnisse haben, ebenso, wenn sie sehr viel zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen. Geringer Alkoholkonsum schadet der Fruchtbarkeit anscheinend nicht.

Bei Vegetariern fehlt oft die genügende Eisenzufuhr, fehlender Fischkonsum kann wahrscheinlich mit Omega-3-Substitution ausgeglichen werden.

Komplementäre Therapieverfahren (TCM, Homöopathie, Osteopathie etc)