Rechtliche Grundlagen

Grundsätzlich dürfen in Berlin alle verheirateten und unverheirateten Paare, auch Single-Frauen eine Kinderwunschbehandlung bekommen.

Die rechtlichen Grundlagen sind in Deutschland komplex, das Embryonenschutzgesetz und das Transplantations- und Gewebegesetz gelten bundesweit, hinzu kommen die bundesländerabhängigen Berufsordnungen und Richtlinien zur Reproduktionsmedizin der Landesärztekammern.

Aufgrund dieser Rechtsgrundlagen sind zum Beispiel die Eizellspende und Leihmutterschaft in Deutschland nicht erlaubt.

Kosten

Die im Rahmen der Basisdiagnostik anfallenden Kosten werden in der Regel von den Krankenversicherungen (gesetzlich und privat) komplett übernommen.

Auch einen Teil der Behandlung zahlt die Versicherung komplett, nämlich die reine hormonelle Unterstützung des Zyklus bei Ovulationsstörungen, sofern diese nicht an eine künstliche Befruchtung gekoppelt ist (Insemination, IVF/ICSI).

Kostenübernahme bei der künstlichen Befruchtung

Die künstliche Befruchtung bezeichnet die Therapie mit Unterstützung der Befruchtung, sei es mittels intrauteriner Insemination (IUI) oder mittels Befruchtung der Eizellen außerhalb des Körpers (sog. In-vitro-Fertilisation: IVF oder ICSI).

Diese Kinderwunschbehandlung nur erlaubt, wenn zuvor eine Untersuchung auf HIV und Hepatitis B und C bei beiden Partnern erfolgt ist. Außerdem wird eine abgeschlossene Basisdiagnostik vorausgesetzt, darin zwei Spermiogramme des Partners im Abstand von 12 Wochen.

Der Umfang der Kostenübernahme ist abhängig von der Versicherung.

Kostenübernahme GKV

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Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt in der Regel 50% der Kosten der Therapie. Diese umfasst die Behandlungskosten in der Klinik als auch die Medikamentenkosten. Einzelne Kassen gehen darüber hinaus und bieten unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. beide Partner Mitglieder derselben Versicherung) die Übernahme von 75-100% der Kosten an. Hier muss sich das Paar erkundigen, da die Konditionen ständig wechseln.

Da die Preise für die verwendeten Medikamente sehr hoch sind, die Dosierungen aber unterschiedlich, schwankt die Höhe des Eigenanteils erheblich: der Anteil bei einer Behandlung mittels Insemination beträgt ca. 180-580Euro. Bei einer IVF sind es ca. 1750- 2250 Euro, bei Anwendung der ICSI – Technik ca. 2000 -2500 Euro, die die Patientenpaare selbst tragen müssen.

Voraussetzungen der Kostenbeteiligung durch die gesetzlichen Krankenversicherungen:

  • Das Paar ist miteinander verheiratet.
  • Beide Partner sind mindestens 25Jahre alt.
  • Die Frau ist nicht älter als 39J, der Mann nicht älter als 49J.

Wenige gesetzliche Krankenversicherungen übernehmen die Kosten auch bei jüngeren Paaren.

Über die bei Ihnen bestehenden Möglichkeiten der Kostenübernahme werden wir im Rahmen der Gespräche diskutieren.

Kostenübernahme PKV

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Bei den privaten Krankenversicherungen gilt hinsichtlich der Kostenübernahme das sogenannte „Verursacherprinzip“. Das heißt, dass die private Krankenversicherung die Gesamtkosten der Behandlung übernimmt, wenn das bei ihr versicherte Mitglied die ursächliche Fertilitätsstörung aufweist, deretwegen die Behandlung notwendig wird.

So muss beispielsweise bei einer nachgewiesenen Fertilitätsstörung beim Mann seine private Krankenversicherung die gesamten Kosten der Behandlung übernehmen, d.h. auch die der Frau.

Die Voraussetzungen für die Kostenübernahme durch die privaten Versicherungen sind weniger enggefasst als die der gesetzlichen. So werden auch nicht verheiratete Paar akzeptiert, das Alterslimit ist ebenfalls weniger streng.

Die Versicherungen verlangen zur Beurteilung der medizinischen Sachlage meist ein Gutachten mit den relevanten Befunden, das wir dann zur Verfügung stellen.

Besonders kompliziert wird die Frage der Kostenübernahme, wenn „gemischte Versicherungsverhältnisse“ vorliegen. D.h. einer der beiden Partner ist privat, der andere gesetzlich versichert. Hier beraten wir Sie gern.

In seltenen Fällen ist es sinnvoll bezüglich der Kostenübernahme einen Juristen zu konsultieren, wir können hier spezialisierte Anwaltspraxen empfehlen.