Social Freezing

Social Freezing bezeichnet das Einfrieren von Eizellen („Eizell-Banking“) aus sogenannter nicht-medizinischer Indikation.


Der Grund für die Behandlung ist der Wunsch der Frauen nach Fertilitätserhalt, da vielen bekannt ist, dass mit zunehmendem Alter die Fruchtbarkeit sinkt aufgrund abnehmender Qualität der Eizellen. Viele wünschen dies, weil sie beispielsweise „zum richtigen Zeitpunkt“ keinen Partner haben oder aus beruflichen/privaten Gründen die Familienplanung verschieben möchten trotz fester Partnerschaft.

Möglich wurde diese Form der Fertilitätserhaltung in den letzten Jahren durch die Entwicklung neuer Techniken der Kryokonservierung, die im Rahmen der Kinderwunsch-therapien eingesetzt wurden (Vitrifikation ,s.u.).

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Ablauf

Wie beschrieben sind recht viele gefrorene Eizellen notwendig, um statistisch gesehen gute Chancen auf ein Kind zu haben, wenn man die Eizellen zu einem späteren Zeitpunkt verwendet.

Um eine solche Zahl von Eizellen einfrieren zu können, stimuliert man die Eierstöcke der Frauen mit Hormonen. Diese werden in subkutanen Spritzen verabreicht und führen normalerweise zu der synchronen Heranreifung von mehreren Eizellen. Das Reifen der Eibläschen (Follikel, diese enthalten die Eizellen) wird im Therapieverlauf durch Blut- und Ultraschalluntersuchungen kontrolliert. Nach ca. 12-14 Tagen im Zyklus werden die gereiften Eizellen im Rahmen der sogenannten Eierstockpunktion entnommen. Dies geschieht unter Ultraschallsicht von vaginal, in der Regel unter einer kurzen Vollnarkose. Der Eingriff ist ambulant. Die Biologen untersuchen die gewonnenen Eizellen, die reifen werden anschließend eingefroren. Das verwendete Kryokonservierungsverfahren heißt Vitrifikation. Dies ist ein ultraschnelles Einfrierverfahren, um die Zellfunktion ohne Qualitätsverlust erhalten zu können. Die Eizellen werden dann bei -196°C in flüssigem Stickstoff gelagert.

Wiederverwenden der Eizellen

Will die Patientin die Eizellen verwenden, wird sie normalerweise mit Hormonen auf die Behandlung vorbereitet, man kann aber auch in einem natürlichen Zyklus vorgehen. Da die Eizellen bereits vorliegen, "benötigt" man nur eine gut vorbereitete Gebärmutterschleimhaut, in die sich die Embryonen einnisten können. Nach dem Auftauen der Eizellen werden sie im sogenannten ICSI- Verfahren (s. dort) mit den Spermien befruchtet. Anschließend wartet man mehrere Tage die Entwicklung der Embryonen ab, um sie dann in die Gebärmutter zu übertragen.

Die Kosten für die Behandlung des „Social freezing“ werden von den Krankenversicherungen z.Zt. nicht übernommen.

Fertilitätsprotektion aus medizinischer Indikation

Im Rahmen einer Chemotherapie, Bestrahlungsbehandlung oder geplanter Operation kann es vorkommen, dass es anschließend zum Verlust der Eierstock- oder Hodenfunktion kommt. Bei jüngeren Menschen ist neben der eventuell lebensbedrohenden Situation durch die Erkrankung dies ein noch zusätzlich belastender Faktor, da unter Umständen weiterhin ein Kinderwunsch besteht nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung.

Die Kryokonservierung von Spermien bei den betroffenen Männern wird bereits seit vielen Jahren durchgeführt. Das eine Möglichkeit der Fertilitätserhaltung auch bei Frauen gelingt, ist dem Fortschritt der Technik zu verdanken, da heute sowohl Eizellen als auch Eierstockgewebe eingefroren werden können mit erfolgreichen Schwangerschaften im Anschluss.

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Frauen

Bei Patientinnen unter 40 Jahren, die zum Zeitpunkt der Feststellung ihrer Erkrankung noch Kinderwunsch haben, ist es eventuell sinnvoll, zu versuchen, die Eierstockfunktion zu schützen oder z.T. zu erhalten. Die jeweils möglichen Behandlungen können in unserem Zentrum besprochen werden. Sie sind abhängig von der Art der Erkrankung und dem Alter der Betroffenen. es können sowohl Eizellen (befruchtet und unbefruchtet) eingefroren werden als auch Teile des Eierstocks. In manchen Fällen kann ein medikamentöser Schutz der Ovarfunktion versucht werden, der während der Chemotherapie gegeben wird.

Wir beraten Sie gern und in dringenden Fällen entsprechend zeitnah zu den Möglichkeiten, damit eine Therapie gegebenenfalls rasch durchgeführt werden kann.

Zusätzliche Information finden Sie auch auf der Seite des Netzwerks "FertiProtekt".

Männer

Vor einer Behandlung können (evtl. auch mehrere) Spermaproben aus Ejakulat eingefroren werden. Diese können später für die Kinderwunschbehandlung eingesetzt werden. Die behandelnden Ärzte unseres Zentrums beraten Sie gern zu den Möglichkeiten.


Zusätzliche Information finden Sie auch auf der Seite des Netzwerks "FertiProtekt".

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